VON DER HEYDT
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ZETTELS
Zeichnungen von des Künstlers eigener Hand zählen zu den größten Kostbarkeiten der Kunstgeschichte. In ihnen offenbart sich häufig mehr von der Persönlichkeit des Künstlers, seinem Wesen und seinen Intentionen, als in den vollendeten Gemälden oder anderen Kunstwerken, die mit Hilfe von Ateliermitarbeitern und Schülern zustande kommen.
 
Zwar finden die ausgeführten, meist großformatigen farbigen Gemälde beim Publikum mehr Beachtung, aber für den Kenner und Liebhaber ist die Handzeichnung oft das ‚Eigentliche’, das herausragend besondere Objekt der Begierde. Studien, Skizzen und zeichnerische Entwürfe machen die Entstehung von Kunstwerken nachvollziehbar und lassen von der ersten Idee über Planänderungen, Verwerfungen und die letztendliche Ausformulierung genau erkennen, worauf der Künstler hinaus will, welche Ziele er mit der Erschaffung seines Werkes verfolgt. Aber die Zeichnung dient nicht immer nur als ‚Werkzeug’. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelt sie zunehmend einen autonomen Status als eigenständiges Medium, das seit Vasari und den Sammlungspionieren des 17. Jahrhunderts im Zentrum großartiger öffentlicher und privater Sammlungen steht.
 
Die Zeichnungssammlung Klüser vereint Werke aus  fünf Jahrhunderten, darunter einzigartige Blätter von v. Dyck, Tiepolo, Delacroix, Cézanne, Matisse, Kirchner und Picabia.  Einigen Künstlern wie Giacometti, Beuys, Palermo, Kounellis, Cucchi, Scully oder Warhol sind ganze Räume oder Werkgruppen gewidmet.
 
Das Von der Heydt-Museum ist stolz, diesen über viele Jahre sorgsam zusammen getragenen Schatz zum ersten Mal präsentieren zu können. Die Ausstellung umfasst mehr als 200 Exponate, die in einem doppelbändigen Katalog reproduziert und besprochen werden. Der Schwerpunkt liegt bei Zeichnungen des 20. Jahrhunderts, denen ein äquivalenter Block von zum Teil überraschend ‚modernen’ Altmeisterzeichnungen und Blättern des 19. Jahrhunderts gegenüber steht.
 
In Analogie zu Arno Schmidts Monumentalwerk
„Zettels Traum" lässt sich die Zeichnungssammlung Klüser als eine komplexe Ganzheit, als ein Kosmos begreifen, in welchem die einzelnen Blätter in einer Beziehung zueinander stehen; zugleich sind in dieser Sammlung Überraschung und poetische Fantasie ebenso zu Hause wie in Zettels Traum der Shakespeare Komödie ‚Ein Sommernachtstraum’.
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mit Sonderschau Jorinde Voigt
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